Zwei Eisenmänner für Netphen

Erfolgreiche Triathleten in Roth und in Kärnten

Die große Saison der Langdistanzen hat im Triathlon begonnen. Am vergangen fand zum bereits 35. Mal die traditionsträchtige Langdistanz in Roth statt. In Kärnten (Österreich) fand das 20. Jubiläum des Dreikampfes statt. Zu Beginn werden 3,8 km geschwommen, anschließend 180 km Rad gefahren und zum Abschluss 42,195 km gelaufen. Die Langdistanz ist die Königsdisziplin im Triathlon und eine große Herausforderung für jeden Sportler, aber auch ein großes Erlebnis.

Der Siegener Thorsten Kuschina stellte sich dieses Jahr das allererste Mal dieser Herausforderung. Er hatte sich ganz gezielt über ein halbes Jahr auf dieses Rennen vorbereitet. Der Chef der TVE Netphen Seniorenmannschaft ging sehr optimistisch nach Roth. Der letzte Härtetest in Bonn hatte ihm Sicherheit gegeben. Er reiste bereits am Freitag nach Roth, um sich vor Ort in Ruhe auf den Wettkampf vorbereiten zu können. Schon am Samstag war die Spannung und Vorfreude zu spüren. Das Schwimmen im Main-Donau-Kanal lief für Kuschina genau nach Plan. Die 180 km lange Radstrecke war auf zwei Runden aufgeteilt. Besonders markant und bekannt ist der Solarer Berg. Ein absoluter Zuschauermagnet, die Athleten fahren hier durch ein dichtes Meer an Zuschauern und werden entsprechend von ihnen angefeuert. Ein überwältigendes Gefühl für Kuschina.

Der Rookie bekam jedoch etwas Probleme mit der Verpflegung und dem Magen. Das heiße Wetter und die hohen Belastungen forderten ihren Tribut. Doch Aufgeben ist bei einem solchen Rennen mit einer solchen Vorbereitung keine Option. So biss sich der TVL’er die 42,195 km Laufen durch und kam nach 11:34:45 überglücklich in das Ziel. „Ich wusste, dass es hart würde, aber dass es so hart wird, damit habe ich nicht gerechnet“, sagte ein stolzer Kuschina im Ziel.

Mike Latsch ging im malerischen Österreich an den Start. Für ihn war es bereits die 7. Langdistanz. Sein Vorbereitungswettkampf in Ferropolis gab ihm viel Selbstvertrauen für das Rennen in Kärnten. Die Mitteldistanz hatte er in starken 4:35 absolviert. Geschwommen wurden die 3,8 km im Wörthersee. Auch für den Herdorfer Latsch verlief das Schwimmen planmäßig. Anschließend ging es auf die Anspruchsvolle Radstrecke. Die zwei 90 km langen Runden waren mit ca. 1700 Hm belegt. Trotz windiger und heißen Bedingungen vor Ort konnte Latsch mit seiner Radzeit sogar etwas unter seiner persönlichen Zielsetzung von 5:30 bleiben. Vor dem abschließenden Laufen hatte Latsch großen Respekt. Eine hartnäckige Hüftgelenksentzündung hatte sein Lauftraining sehr stark eingeschränkt.

Doch auch in Österreich war die Stimmung entlang der Strecke sehr gut und Latsch wurde durchweg angefeuert. Besonders in der Altstadt von Klagenfurt war die Unterstützung immens. Dennoch wurde die zweite Laufrunde sehr schwerfällig. Latsch war gezwungen einige kürzere Gehpausen einzulegen, um die Schmerzen kompensieren zu können. Auch für ihn war eine Aufgabe keine Option. Er mobilisierte auf den letzten Kilometern nochmals alle verfügbaren Kräfte um unter 11 Stunden zu bleiben. Nach 10:53:39 erreichte er schließlich völlig erschöpft aber überglücklich das Ziel.